Hi, ich bin Rica!           Zurück zur Startseite

Ich wurde August 1988 geboren. Es war Dezember 1988, als mich die Schwester meines späteren Frauchens von meiner Katzenmutter im Alter von 16 Wochen wegholte und mich Frauchen zum Geburtstag schenkte. Ich wurde in ein Auto verfrachtet und nach Kray gebracht. Dort wurde ich in eine Dachgeschoßwohnung getragen, wo ich dann meine Wohnung und auch Frauchen kennenlernte. Frauchen war im ersten Moment über mich erschrocken, da sie keine Miezen in ihrer Wohnung halten durfte. Ich wurde also erstmal geheim gehalten. Ich sah mir die Wohnung genau an, und ich muß sagen, sie gefiel mir gut. Überall Berberteppich und viele Kuschelecken. Ein Katzenklo, sowie Futter wurde noch auf Befehl von Frauchen von der Schwester geholt (das hatte sie vergessen). Meine Erstversorgung mußte ja gesichert sein. Ich machte mich die nächten Tage mit Frauchen vertraut, die sich erstmal ein Katzenbuch kaufte, um mich zu studieren. Dabei braucht man mich gar nicht studieren: man muß nur machen was ich will, und alles ist wunderbar. :)

Ich lebte also nun mit Frauchen, die täglich 8 Stunden arbeiten ging, in dieser Wohnung. Es war ein sehr ruhiges Leben. Wenn ich alleine war, testete ich immer meine Fähigkeiten, was ich alles schon kann. Nach einigem Üben konnte ich den Küchenhängerschrank öffnen und mir Leckerchen herausholen. Es war zwar immer Arbeit, erst die andren Dinge, die den Weg zu meinen Leckerchen versperrten, aus dem Schrank zu schubsen, aber es ging. Dann konnte ich auch den Wasserhahn öffnen, das hatte ich bei Frauchen abgeguckt. Nur wie man ihn wieder schließt wußte ich nicht. Aber ich kann ja nicht alles können, bin ja nur eine Katze. Komischerweise war Frauchen von meinen Talenten gar nicht so begeistert, obwohl ich einmal hörte, wie sie zu andren Leuten sagte, dass ich sehr schlau sei. Das reichte mir dann an Anerkennung. Ich war mit mir zufrieden.

Dann kam der Tag, wo es mich brennend interessierte, wie es eigentlich außerhalb der Wohnung aussieht. Ich plante also einen kurzfristigen Ausflug. Als Frauchen mal wieder die Eingangstür öffnete, bemerkte sie gar nicht, dass ich heraushuschte. Das war gut. Ich war nun draußen. Ich befand mich in einem sehr schönen Hausflur, der komplett mit grünem Teppich ausgelegt war. Ich ging die Treppen herunter und erspähte noch eine Wohnung, wo auch die Tür aufstand. Ich huschte schnell rein und versteckte mich. Mir war das nicht ganz geheuer. Eine ältere Dame schloß die Tür ohne mich zu sehen, und ich war in der fremden Wohnung eingesperrt. MIST!!! So sollte es ja nun nicht ablaufen. Ich konnte es nicht vermeiden, dass mich diese ältere Frau dann doch noch erspähte. Sie schrie fürchterlich, als sei ich ein Säbelzahntiger und rief ihre Schwester hoch, die im ersten Stock wohnte. Vor Schreck und Aufregung mußte ich mal pieseln, aber die Frau hatte gar kein Katzenklo. Also pieselte ich in irgendeine Ecke, wo es nicht so auffiel. Man ist ja rücksichtsvoll.

Die Schwester kam nun, mit ihrem Sohn im Schlepptau, auch in diese Wohnung. Der fand mich wohl ganz süß, nahm mich auf den Arm und brachte mich zu Frauchen, da er vermutete, dass ich eventuell dorthin gehörte. Frauchen hatte mich schon vermisst. Sie bekam einen unwarscheinlichen Ärger wegen mir. Denn die Frau, in deren Wohnung ich gehuscht war, war ihre Vermieterin, die eine Katzenphobie hat. Nach langem Verhandeln wurde ich dann doch akzeptiert, vorausgesetzt, ich haue nicht mehr von Frauchen ab. Daran hab ich mich dann immer gehalten, bzw. Frauchen hat ganz besonders auf mich aufgepasst.

Wenn ich mal raus wollte, bin ich ein wenig über die Dächer spaziert.

Wir wohnten nun schon viele, viele Jahre zusammen dort in der Dachgeschoßwohnung, als das Haus auf einmal zwangsversteigert wurde. Ein Makler kam ewig zu Frauchen, und ich hörte immer nur, wie sie zu dem Makler sagte: "Nein, ich zieh nicht aus, ich habe 10 Jahre Kündigungsschutz!" Ich kenne mich damit nicht so aus, aber ich wußte, irgendwie wird es Probleme geben. Und so war es auch. Ein junger Mann mit Freundin kaufte das Haus. Erstmal erschien alles noch normal.

Wir hatten als direkte Nachbarn ein älteres Pärchen...die erste Zeit. Die verließen irgendwann die Wohnung, und eine junge Frau zog dort ein. Sie hatte einen Kater namens Knuddelbärli. Frauchen freundete sich mit der Frau an, und Knuddelbärli war nun auch manchmal in meiner Wohnung. Das gefiel mir gar nicht....aber naja...solange es nur ab und zu war.

Es hätte alles ganz gemütlich sein können, wenn sich nicht auf einmal der neue Vermieter durch seltsame Verhaltensweisen bemerkbar gemacht hätte. Z.B. baute er bei der Badewanne die abnehmbaren Kacheln ab, kam nach einer viertel Stunde zurück und fragte Frauchen aggressiv, wo denn die Kacheln der Badewanne seien. Die dürften doch nicht einfach so fehlen.

Oh, oh......Mobbing war angesagt....

Der Typ wollte das Haus für sich, und ganz unten sollte eine Firma rein. Er ekelte Frauchen ganz mies aus der Wohnung, und wir zogen um: zum Marktplatz von Kray. Auch die Nachbarin mit Knuddelbärli war kurz drauf umgezogen.

Das war alles sehr aufregend. Aber die neue Wohnung fand ich sehr schön, und es gab sogar einen Balkon.

Hier mochten mich auch alle auf Anhieb, auch die Besucher von Frauchen. Die Vermieterin mochte mich auch sehr, vor allem von Frauchen war sie begeistert, die einen teuren Staffelmietvertrag unterschrieb. Hier blieben wir widerum ca. 4 Jahre, bis es hier einwandfrei zu laut und zu assig wurde. Auch das Haus vergammelte immer mehr und Frauchen brach eines Tages im Badezimmerboden ein, auf dem Weg zum Klo. Es sah aus wie in der Obstgartenreklame, und Frauchen bekam einen riesen Schreck. Hätte sie durchfallen können bis zur Mieterin dadrunter? Und die Miete wurde von Jahr zu Jahr teurer. Wir beschlossen, abermals umzuziehen, was gar nicht so einfach war, denn die Vermieterin wollte uns unbedingt behalten. Aber wir schafften es.

Frauchen fand eine neue Wohnung in Byfang, und wir zogen dorthin.

Dort war alles anders. Eine Wohnung mit Treppe, 2 Etagen, einen riesengroßen Balkon und Vorgarten. Hier konnte ich sogar raus und lernte andre Katzen kennen. Frauchen lernte durch mich, da ich jetzt auch rausging, auch die Flöhe und Zecken kennen. Sie wunderte sich anfangs über die vielen großen, grünen, runden Kugeln auf ihrem Fußboden. Sie sammelte sie immer auf und warf sie in den Müll und überlegte ständig, was das denn sei. Erst ein Nachbar sagte ihr, dass das vollgefressene Zecken seien. Frauchen bekam einen RIESEN Schreck und ich Frontline.

Wir hatten also die Bude voller Flöhe und Zecken, selbst im Bett, denn dort war ich ja immer nachts bei Frauchen. Man muß wissen, dass die großen, runden Kugeln nicht tot sind: die vollgefressenen Zecken werden wieder klein und suchen einen neuen Wirt.

Frauchen saugte und wienerte die ganze Wohnung, so wie sie noch nie gewienert hatte....

Aber ich bekam nicht nur Frontline, ich bekam auch einen kleinen Katzenkumpel dazu, den Mecki! Eine KATASTROPHE!!!

Eines Tages kam Frauchen mit dem kleinen schwarzen Viech an, und sie dachte auch noch, ich freue mich. Ein freches Katerchen....ein Welpe, 6 Wochen alt und LEBHAFT!!!!

Ich war stinksauer. Frauchen mochte den auch noch. Reicht das nicht, wenn der einfach nur da ist? Muß die den auch noch füttern und mögen? Meine Königinnenstellung war vorüber. Ich konnte es nicht fassen. Und das nach 13 Jahren. Der hat sich sogar am Fressnapf vorgedrängelt, der kleine Pfurz. Nach ca. 2-4 Wochen ging auch Mecki täglich raus. Er ging, genau wie ich oft, zu den andren Katzen in den andren Garten. Aber die mochten Mecki nicht. DAS fand ich geil. Ich hingegen wurde akzeptiert. Ihr müsst wissen, ich hasse Mecki! Der hat mich entthront! So ein Viech akzeptiere ich nicht, und ich freute mich immer, wenn andre Katzen ihn bissen.

Irgendwann haute ich von Frauchen und Mecki ab. Ich blieb in dem andren Garten. Lieber lebte ich im Garten mit vielen andren Katzen. Die haben mich ja nicht meiner Stellung enthoben.

Das Herrchen und Frauchen von den vielen Miezen aus dem andren Garten warfen meinem Ex-Frauchen immer vor, ich würde von ihr nichts zu essen bekommen. Das stimmte zwar gar nicht, aber ich freute mich über den Vorwurf. Frauchen sollte dafür bluten, dass sie den Mecki geholt hat.

Eines Tages holte man mich auch aus diesem Garten weg. Ich zog in ein supersüßes Haus, wo ich mir meine Königinnenstellung wieder zurückerobern konnte. Einfach klasse war es da. Ich hatte mehrere Kuschelecken, ein paar Menschen und Katzen, und man photographiert mich sogar. Tolle Bilder gibt es von mir. Ihr könnte sie hier auf meiner Webseite bewundern. Frauchen hat auch Bilder von mir gemacht. Aber damals hatte sie weder PC noch eine Digitalkamera, und somit besitzt sie nur alte Bilder von mir, die in vergrösserter Version an ihren Wänden in der Wohnung hängen.

Dieses supersüße Haus, in dem ich wohnte, war meine letzte Station im Leben. Ich verstarb am 01.08.2005. Ich hatte keinen Hunger mehr, und mit meinen Bronchen stimmte irgendwas nicht. Da hatte sich Wasser eingelagert. Man ließ mich einschläfern, weil es das beste für mich war.